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Artikel vom: 20.09.2022

Stadtteilspaziergang der Ortsunion Kamen - Methler


(Fotos CDU Kamen )  

Der Stadtteil Methler ist mittlerweile mehr als 1120 Jahre alt und besitzt eine der ältesten Glocken Westfalens. Methler leitet sich von „Methlere“ ab und bedeutet soviel wie „Gerichtsort“ oder „Versammlungsort“. Dieses Wissen und weitere Fakten rund um den Stadtteil kennen wohl nicht alle Einwohner, nichtmal alle die in diesem Ortsteil aufgewachsen sind. 

Um diese kleinen Wissensdefizite zu füllen hat sich die Ortsunion Kamen-Methler gemeinsam mit dem Ortsheimatpfleger André Siegel zu einem Stadtteilspaziergang getroffen.

Am Sonntag, dem 11.09.2022, trafen sich die interessierten Mitglieder und Gäste an der Margaretenkirche in Methler-Dorf. Die Magaretenkirche ist der Hl. Magarete geweiht, eine der 14 Nothelferinnen. Sie soll bei der generellen Wundheilung und Geburten geholfen haben. Der Kirchturm ist von ca. 1150, das Kirchenschiff wurde 1250 hinzugebaut. Vermutlich wurde die Kirche als Fluchtkirche gebaut, da sie dicke Außenmauern und stabile Wände mit kleinen Fenstern besitzt. Die Anwesenden nutzten die Gelegenheit, den Turm hinaufzusteigen und sich die „7 Berge“ über dem Kirchenschiff anzuschauen. Die Berge sind die obere Decke der Kuppeln in der Kirchendecke. Die ursprünglichen Glocken im Kirchturm musste im Zweiten Weltkrieg für Munition eingeschmolzen werden. Erhalten geblieben ist die Zeitglocke außen am Westturm. Sie ist 800 Jahre alt und gehört zu den ältesten Glocken in Westfalen.

 



Von der Kirche aus ging der geführte Spaziergang Richtung Westick und machte einen Halt am alten Gemeindeteich. Neben dem ehemaligen Teich liegt heute eine Kindertageseinrichtung. Einige Anwesende erinnerten sich an Kindheitstage, an denen sie auf dem Teich Schlittschuh laufen konnten. Inzwischen liegt der Gemeindeteich, gerade im Sommer, meist trocken.

Weiter ging es zum Bürgerhaus, welches auf der Grenze von Methler-Dorf und Westick steht. André Siegel zeigte eine Karte aus der Zechenzeit, indem Methler in Siedlungen eingeteilt und durchnummeriert war. Einige ehemalige Zechenhäuser sind heute noch in der Röntgenstraße zu sehen. In den Häusern lebten viele Familien auf engem Raum zusammen und hatten teilweise noch Untermieter, die für eine kleine Miete tagsüber das leere Bett des Familienvaters nutzten und der Familie somit zu einem kleinen Zusatzeinkommen verhalfen.

Abschließend führte der Spaziergang zu einem der Berühmtheiten von Methler, der Sportschule in Kaiserau. Der Name stammt aus einer Zeit, in der eine bis dahin grüne Wiese dem Kaiser als „Kaiser-Aue“ gewidmet wurde, daraus entstand der Name „KaiserAu“ und die heutige Aussprache „Kaiserau“. Die Sportschule beherbergte schon einige berühmte Sportler, wie die Fußballweltmeister 74 während der Weltmeisterschaft 1974 und die spanische Fußballnationalmannschaft zur WM 2006. Durch diese und weitere Gäste ist Kaiserau in Sportlerkreisen überregional bekannt und beliebt. Fußläufig von der Sportschule lag früher einmal das Freibad. Vor dem ehemaligen Schwimmbad und heutigem Sportplatz des SUS Kaiserau endete der gemeinsame Spaziergang. „Es war wirklich spannend, seinen Ortsteil aus dieser historischen Perspektive kennenzulernen“, fasste der Ortsunionsvorsitzende Dietmar Wünnemann den Spaziergang zusammen. Seine Stellvertreterin Sarah Grüneberg bekräftigte, dass es auf jeden Fall weitere Spaziergänge durch andere Ortsteile von Methler geben wird.

 



Zum Ausklang des Spaziergangs gingen die Teilnehmer zum gemeinsamen Abendessen in die Gaststätte Schulze-Beckinghausen. Der Ortsheimatpfleger stellte zum Abschluss fest, dass Methler einmal über 20 Kneipen hatte und heute nur noch wenige Lokalitäten, darunter nur sehr wenige Kneipen, übrig geblieben sind.






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